Kammerjäger

Informationen: Wanzen

Die Wanzenbekämpfung zählt zu den Königsdisziplinen der Schädlingsbekämpfung in Eigenheimen. In Wohnungen kommen üblicherweise nur Bettwanzen vor. Alle anderen Wanzenarten leben draußen in der Natur. Da die Bettwanze als äußert resistent gilt, schlagen viele Bekämpfungsmittel, die bei anderen Schädlingen zum Einsatz kommen, bei ihr nicht an. Deshalb sollte bei einem Schädlingsbefall mit Bettwanzen stets der Kammerjäger zu Rate gezogen werden.

Was sind Bettwanzen?

Die Bettwanze kommt ursprünglich aus dem tropischen Raum. Der fünf bis acht Millimeter lange Schädling hat sechs Beine und einen sehr flachen, birnenförmigen Körper. Jungtiere fallen durch eine blasse Färbung auf. Ältere Bettwanzen haben einen rotbraunen Panzer. Bettwanzen gehören zur Gruppe der Schädlinge. Sie ernähren sich von Blut, das sie nach Stichen aus ihrem Wirt heraussaugen. Hat die Bettwanze eine Blutmahlzeit zu sich genommen, verfärbt sich ihr Körper dunkel. Dann sind braune und schwarze Schattierungen im Erscheinungsbild der Tiere möglich. Die nachtaktive Bettwanze hat eine Lebensdauer von sechs bis zwölf Monaten. Ihr Wirtstier, den Menschen, befällt sie während dieser schläft. Tagsüber verstecken die Bettwanzen sich an dunklen Orten. Das können Mauerritzen oder dunkle Nischen sein. Oft findet man sie auch hinter Fußbodenleisten und Steckdosen. Oder sie bleiben einfach nahe bei ihrem Wirt: in der Matratzenfalte oder in dessen Kleidungsstücken.

Wie man einen Befall mit Bettwanzen erkennen kann

Häufig findet der Befall mit Bettwanzen im Urlaub statt. Die Schädlinge setzen sich in Kleidungsstücken fest, die nach dem Urlaub wieder mit nach Hause genommen werden, und breiten sich von dort in der Wohnung aus. Findet man morgens Blut auf der Bettwäsche, kann ein Wanzenbefall dahinter stecken. Dann sollte man den eigenen Körper gründlich absuchen und auf Insektenbisse und Einstichstellen achten. In der Regel finden sich gleich mehrere Stiche, die in einer Reihe liegen. Im Volksmund nennt man diese Art der Bissanordnung Wanzenstraße. Die Bettwanze sondert durch ihren Biss Speichelsekret ab, das in den Blutkreislauf des Menschen gelangt. Um die Einstichstelle herum bilden sich deshalb rot verfärbte und leicht geschwollene Quaddeln. Zudem tritt ein Juckreiz rund um die Stichstellen auf. Diese Reaktionen treten verzögert ein, meist erst einige Tage nach dem Biss. Hat man den Verdacht von Bettwanzen gebissen worden zu sein, sollte man den Raum nach Kotresten des Schädlings absuchen. Dunkelrot-schwarze, kleine Punkte, die sich über den Fußboden, die Wand, Matratzen oder auch Stühle und Sofas verteilen, sind charakteristische Kotspuren der Bettwanze.

Mögliche Risiken

Ein Befall mit Bettwanzen ist grundsätzlich unangenehm. Über den Juckreiz hinaus kann ein Bettwanzenbiss zu Infektionen und allergischen Reaktionen führen. Außerdem können Bettwanzen Krankheiten übertragen. Zögert man mit einer eventuellen Entfernung der Bettwanzen zu lange, besteht außerdem das Risiko, dass die Bettwanzen sich schnell in der ganzen Wohnung ausbreiten, und man sie nur noch schwer wieder los werden kann.

Wie man Bettwanzen professionell bekämpft

Die Bekämpfung von Bettwanzen ist von Laien kaum zu leisten. Hausmittel sind unwirksam, auch, wenn mancherlei populäre Irrtümer hierzu kursieren. Meist erreichen unerfahren Wanzenbekämpfer mit ihren unausgereiften Methoden nur, dass die Schädlinge ihren Wirkungskreis verlagern. Sie ziehen dann in der Regel einfach in einen anderen Raum der Wohnung um, und treiben dort ihr Unwesen. Ein erfahrener Kammerjäger inspiziert zunächst die Wohnung und sucht nach Kotspuren und weiteren Anzeichen für einen Bettwanzenbefall. Das können tote Wanzen, aber auch Eier und Larven, aus denen neue Wanzen schlüpfen, sein. Am besten bewährt hat sich die Kombination aus verschiedenen Bekämpfungsverfahren. Dabei können thermische und chemische Verfahren zum Einsatz kommen. Die Schädlinge werden so zum Beispiel durch die Aufheizung der Räume bekämpft. Da sie Hitze nur bis zu einem Gewissen grad aushalten können, gehen sie ein, wenn die Temperatur genügend steigt. Auch durch Abkühlung der Räumlichkeiten kann man Bettwanzen den Garaus machen. Wo thermische Methoden nicht greifen, oder nicht möglich sind, besprüht der Fachmann die Wanzennester mit Chemikalien, die einige Stunden lang einwirken müssen. Es empfiehlt sich den Vorgang mehrfach zu wiederholen, um auch alle Eier, Larven und neu geschlüpften Bettwanzen beseitigen zu können.