Kammerjäger

Vorsicht vor Gesundheitschädlingen

Viele Menschen ekeln sich vor kleinen, krabbelnden Tieren, selbst dann, wenn sie ungefährlich sind. Allerdings gibt es auch Schädlinge, die der Gesundheit des Menschen gefährlich werden können. Eine Krankheitsübertragung kann entweder durch einen Stich oder Biss erfolgen oder auch durch die Verseuchung von Lebensmitteln.

Die verschiedenen Arten von Gesundheitsschädlingen

Der größte Teil der Gesundheitsschädlinge sind Insekten und Spinnentiere, wie Mücken, Flöhe, Wanzen oder Zecken. Aber auch Nagetiere, wie Mäuse oder Ratten werden zu den Gesundheitsschädlingen gezählt. Insekten oder Spinnentiere können durch Saugen von menschlichem Blut Krankheiten auslösen, wie Borreliose, Gehirnhautentzündung oder auch Malaria. Mäuse und Ratten schädigen den Menschen meist nicht durch einen Biss, sondern durch das Verseuchen von Nahrungsmitteln, genauso wie bestimmte Arten von Schaben. Durch sie kann es zu Salmonelleninfektionen, Tuberkulose oder auch zum Milzbrand kommen. Was viele Menschen nicht wissen: Besonders blutsaugende Insekten können manchmal Allergien auslösen. Von den Gesundheits- oder Hygieneschädlingen abzugrenzen sind andere Arten von Schädlingen, wie die Hausstaubmilbe, die zwar Allergene absondern und gesundheitliche Probleme verursachen, aber keine Krankheiten übertragen kann.

Lästige Blutsauger: Mücken

Sehr weit verbreitet unter den Gesundheitsschädlingen sind blutsaugende Mücken. Es gibt etwa 3.000 verschiedene Stechmückenarten auf der Erde. In Deutschland leben nur etwa 50 Arten davon. Glücklicherweise sind die hierzulande vorkommenden Mücken keine Gesundheitsgefahr für den Menschen. Ihre Stiche sind zwar lästig aber nicht gefährlich. Die einzige wirkliche Gesundheitsgefahr, die von Mücken in Deutschland ausgeht, sind allergische Reaktionen, die glücklicherweise nur manche Menschen zeigen. Ganz anders sieht dies in den subtropischen und tropischen Regionen der Erde aus. Die dort lebenden Mücken können schwere Gesundheitsschäden verursachen und schwere Krankheiten wie Malaria verursachen.

Flöhe: Überträger der Pest

Heute sicherlich weniger präsent aber aus vergangenen Zeiten bekannt, sind Flöhe. Sie galten im Mittelalter als Überträger der Pest. Die kleinen Tierchen setzen sich gerne in Bereichen des Körpers fest, wo die Haut besonders weich ist und beginnen dort mit ihrem Stechrüssel Blut zu saugen. Flöhe können viele Wochen ohne Nahrung überleben, bis sie ihr nächstes Opfer finden. Sie können durchaus von Tieren auf den Menschen übergehen. Zudem sind sie, was ihr Sprungvermögen und ihre Vermehrungsfähigkeit angeht, sehr leistungsfähig. Pro Tag legt ein weiblicher Floh bis zu 50 Eier.

Zecken: verantwortlich für Borreliose & Co

In unseren Breitengraden sehr bekannte Gesundheitsschädlinge sind Zecken. Auch diese kleinen Spinnentiere ernähren sich von Blut. Der Stich einer Zecke kann schwere Gesundheitsschäden verursachen und Allergien hervorrufen, die tödlich sein können. Meistens sitzen Zecken im hohen Gras und gehen während des Vorbeilaufens auf Mensch oder Tier über.

Milben lösen Krätze aus

Milben sind mit den Zecken verwandt. Nur manche Arten saugen Blut. Des weiteren gibt es Vorratsmilben, die sich in Nahrungsmitteln einnisten, Nagemilben, die Hautschuppen fressen und Hausstaubmilben, die sich von Pilzen ernähren, die durch abgestorbene Gewebezellen in Heimtextilien wachsen. Milben, die sich in Nahrungsmitteln einnisten, gelten als Gesundheitsschädlinge, genauso wie Nage- oder Grabmilben, die Krätze, eine Entzündung der Haut, verursachen können.

Schaben übertragen Tuberkulose und Milzbrand

Die Schädlinge, vor denen sich viele Menschen am meisten ekeln, sind Schaben oder Kakerlaken. Schaben befallen Nahrungsmittel und können Erkrankungen, wie Tuberkulose, Milzbrand, Salmonelleninfektionen und Allergien auslösen. Die Deutsche Schabe ist mit nur 13 Millimetern relativ klein. Die Tiere können zwar fliegen, krabbeln aber meistens nur. Die Gemeine Küchenschabe kann nicht fliegen. Schaben und ihre Eier sind sehr widerstandsfähig und außerdem lichtscheu, weshalb sie schwer zu entdecken sind. Wenn sie zu sehen sind, ist davon auszugehen, dass der Befall schon so groß ist, dass alle Verstecke voll von den kleinen Insekten sind.

Hartnäckige Blutsauger: Läuse

Weitere, vor allem bei Eltern bekannte und gefürchtete blutsaugende Gesundheitsschädlinge sind Läuse. Es gibt sowohl Kopf- als auch Kleiderläuse, die sich bei körperlichem Kontakt zwischen Menschen weiter verbreiten können. Auch die gemeinschaftliche Nutzung von Handtüchern und Bürsten können dafür sorgen, dass es zu einem Befall von Läusen kommt.

Ratten: Ein Biss kann tödlich sein

Ratten leben oft in der Nähe des Menschen und ernähren sich von Essensabfällen. Auf ihren manchmal langen Wanderungen zur Nahrungssuche können sich für den Menschen gefährliche Krankheitserreger in ihrem Fell ansammeln. Die Tiere können Menschen direkt durch einen Biss schädigen und Krankheiten wie das Rattenbissfieber übertragen, das in etwa 10% aller Fälle tödlich ausgeht. Rattenbissfieber kann aber auch indirekt über verunreinigte Nahrungsmittel übertragen werden. Auch möglich ist eine Übertragung der Tollwut, was aber meistens nur geschieht, wenn der Mensch in sehr engem Kontakt mit den Tieren ist.

Mäuse: Viren und Bakterien im Kot

Genauso wie Ratten können auch Mäuse beim Menschen Gesundheitsschäden verursachen. Eine Krankheitsübertragung kann über den Kot der Tiere stattfinden, wenn er sich in Nahrungsmitteln oder auf Oberflächen befindet. Im Mäusekot finden sich eine Vielzahl von Viren und Bakterien, die über die Haut, die Schleimhäute oder auch über die Atemwege in den menschlichen Körper gelangen können.