Kammerjäger

Informationen: Buchsbaumzünsler

Der Buchsbaum gehört zu den beliebtesten Gartengewächsen in Deutschland. In liebevoll angelegten Schloss- und Barockgärten ist er ebenso zu finden wie als Gartenhecke oder Ziergewächs vor dem Eigenheim. Jedoch macht ihm ein Schädling, der sogar nach ihm benannt wurde, das Leben schwer: der Buchsbaumzünsler.

Was ist ein Buchsbaumzünsler?

Der Buchsbaumzünsler ist ein Falter, der aus einer Raupe geschlüpft ist. Als Raupe weist der Buchsbaumzünsler eine giftig wirkende grüne Farbgebung, mit hell-dunklen Rückenstreifen auf. Der Kopf der etwa acht Millimeter langen Raupe ist schwarz. Die Falter haben eine weiße Grundfarbe, die durch einen braunen Saum an den Flügelrändern ergänzt wird. Mit abgespreizten Flügeln ist der Falter, der deltaförmig erscheint, gut 40 Millimeter breit und etwa 25 Millimeter lang. Genauso wie der Buchsbaum selbst stammt der Buchsbaumzünsler aus Ostasien. Inzwischen ist er jedoch auch in Europa stark verbreitet, was in direktem Zusammenhang mit der in Europa sehr großen Beliebtheit des Buchsbaums als Zierpflanze steht. Zwischen März und Oktober ist der Buchsbaumzünsler als sogenannter Lästling aktiv, und verursacht Fressschäden an den von ihm befallenen Pflanzen, die außerhalb des Hauses im Garten zu finden sind. Buchsbaumzünsler haben eine Lebensdauer von rund sechs bis 13 Wochen, wobei der Falter selbst nur wenige Tage lang lebt: im Mittel acht bis neun Tage. Er hält sich während seiner Lebenszeit nicht auf dem Buchsbaum selbst, sondern auf benachbarten Pflanzen auf. Jedoch legt er seine Eier, aus denen wiederum die Raupen der nächsten Generation des Buchsbaumzünslers schlüpfen, auf dem Buchsbaum ab.

Welchen Schaden richtet der Buchsbaumzünsler an?

Die von Buchsbaumzünslern angerichteten Pflanzenschäden können verheerend sein. Die Raupen siedeln im Inneren des Buchsbaums, und werden deshalb oft erst spät bemerkt. Auch auf Grund ihrer grünen Farbe, die sehr ähnlich der der Buchsbaumblätter selbst ist. Vom Inneren der Pflanzen fressen sie sich nach draußen. Oftmals wird der Lästling erst bemerkt, wenn der Buchsbaum deutlich abgefressen ist. Innen frisst der Buchsbaumzünsler die jungen Triebe der Pflanze ab, was dazu führen kann, dass Teile der Pflanze, oder auch der komplette Buchsbaum, vertrocknen. Eine Raupe frisst insgesamt rund 45 Buchsbaumblätter. Der Buchsbaumzünsler kann auch Stechpalmen oder Spindelsträucher befallen. Weitere Pflanzenarten schmecken ihm nicht. Buchsbaumzünsler können Pflanzen so stark schädigen, dass sie komplett absterben.

Woran ein Befall mit dem Buchsbaumzünsler zu erkennen ist

Wirkt der Buchsbaum trocken, beziehungsweise weist trockene Stellen auf, sollte man aufmerksam werden. Nimmt man die Blätter des Buchsbaums näher unter die Lupe, sind frei stehende Blattgerippe erkennbar. Befallene Pflanzen sind außerdem mit weißen Gespinsten überzogen, die an sehr fein gewebte Spinnweben erinnern. Auch braune Blätter im Buchsbaum können ein Hinweis auf einen Befall sein. Außerdem hinterlassen die Raupen kleine schwarze Kotflecken auf den Blättern ihrer Wirtspflanze.

Wie man den Buchsbaumzünsler auf natürliche Art und Weise bekämpfen kann

Sobald ein Befall mit dem Lästling erkennbar ist, sollte reagiert werden. Da sich die Buchsbaumzünsler rasend schnell vermehren, ist Gründlichkeit hierbei oberstes Gebot. Aus im Herbst abgelegten Eiern, entwickeln sich im Frühling die ersten Raupen. Spätestens im April sollten deshalb die Buchsbäume im Garten auf einen Befall hin kontrolliert werden. Hat man einen Befall entdeckt, sollten zunächst alle Raupen gründlich eingesammelt und entfernt werden. Diese Methode ist aber nur effektiv, wenn der Befall noch sehr gering ist. Hat sich bereits eine größere Buchsbaumzünsler-Population im Buchsbaum ausgebreitet, wird man dieser mit der Ablesemethode der Raupen nicht mehr Herr. In diesem Fall kann es helfen den Buchsbaum stark zurückzuschneiden und den Schnitt über den Hausmüll zu entsorgen. Auf keinen Fall darf er auf den Kompost geworfen werden. Zusätzlich kann der Buchsbaum mit einem Hochdruckreiniger abgesprüht werden. Da die Raupen Hitze nicht gut vertragen, kann dem Buchsbaumzünsler auch mit Hitze zu Leibe gerückt werden. Dafür wickelt man den Buchsbaum in eine schwarze Plastikfolie ein. Um den gewünschten Effekt zu erzielen, muss das Wetter mitspielen. Diese Methode bewährt sich nur, wenn es sonnig und heiß ist. Ist es unter der Folie heiß genug, sterben die Raupen ab. Der Buchsbaum selbst ist recht widerstandsfähig, und hält die Behandlung gut aus. Im Zweifelsfall kann er vorher und nachher gut gewässert werden.

Wenn natürliche Methoden nicht mehr helfen

Ist der Befall der Pflanzen schon so weit fortgeschritten, dass natürliche Bekämpfungsmethoden nicht mehr anschlagen, sollte ein Kammerjäger konsultiert werden. es gibt einige biologische Mittel, wie Neem oder das Bakterium Bacillus thuringiensis, die auf die befallenen Pflanzen aufgesprüht werden können. Wird das Bakterium Bacillus thuringiensis verwendet, dringt das Bakterium in die Raupen ein und tötet sie von innen heraus. Neem setzt sich zunächst auf den Blättern des Buchsbaums ab, dringt dann in die Blätter ein und wirkt giftig auf den Organismus der Raupen, wenn diese die Blätter abfressen. Oftmals ist es mit einer Bekämpfungsaktion nicht getan, da Eier des Buchsbaumzünslers in der Pflanze zurück geblieben sind. Sobald neue Raupen geschlüpft sind, muss der Vorgang deshalb wiederholt werden.