Kammerjäger

Ameisen als Schädlinge im Haus und Garten

Ameisen sind auf der ganzen Welt verbreitet, wobei allein in Europa über 200 verschiedene Ameisenarten existieren. Sie fühlen sich in einem tropischen, subtropischen und gemäßigten Klima wohl. Allgemein sind Ameisen sowohl in ländlichen als auch in städtischen Gebieten vertreten. In Deutschland sind viele verschiedene Ameisenarten anzutreffen. Zu ihnen zählen die Blutrote Raubameise, die Schwarze Wegameise, die Blattschneiderameise, die braune Wegameise, die Schwarze Rossameise, die Gemeine Rasenameise, die Gelbe Diebesameise, die Rote Waldameise, die Gelbe Wiesenameise sowie mehrere eingeschleppte Arten wie die Pharaoameise. Ameisen sind Allesfresser und werden vor allem vom Geruch von Aas und Lebensmitteln angelockt. Daher kommt es nicht selten zum Ameisenbefall in privaten Gärten, der sich bis in die eigenen vier Wände ausbreiten kann. Wittert ein Insekt eines Ameisenvolkes Nahrung, so kommuniziert es das mit seinen Artgenossen. Dadurch kommt es sehr schnell zur Bildung einer Ameisenstraße von der Futterquelle bis zum Nest. Zur Bekämpfung von Ameisen gibt es verschiedene Möglichkeiten, die vom Einsatz chemischer Insektenvertilgungsmittel bis zum Gebrauch von natürlichen Hausmitteln reichen. Das beste Mittel gegen einen Ameisenbefall wird allerdings durch das Ergreifen der richtigen präventiven Maßnahmen gebildet.

Artenbeschreibung und Lebensweise

Ameisen gehören als Insekten zur Familie der Gliederfüßler und existieren als Tierart bereits seit über 100 Millionen Jahren. Ihr zoologischer Name lautet „Formicidae“, der als Überbegriff für circa 13.000 verschiedene Arten gebraucht wird. Zu den äußeren Merkmalen von Ameisen zählen eine wespenartige Taille, sechs Beine und ein Paar Fühler am Kopf. Ihr Körper kann in drei Abschnitte eingeteilt werden. Er setzt sich aus dem Kopf, dem Brustbereich und dem Hinterteil zusammen. Da manche von ihnen Flügel ausbilden können, werden sie in der Zoologie zur Gruppe der sogenannten „Hautflügler“ gezählt. Je nach Ameisenart weisen die Insekten unterschiedliche Färbungen von Rot, Gelb, Braun bis Schwarz auf. Ameisen leben in Form von „Insektenstaaten“. Hierbei handelt es sich um Ameisennester, die bis zu 20 Millionen Insekten beherbergen können. Diese können in verschiedenen Erscheinungsformen auftreten, wobei Hügel- und Erdnester in der Natur am häufigsten vorkommen. Ein Ameisenvolk ist in gewisser Weise hierarchisch nach der Aufgabe der einzelnen Insekten gegliedert. An der Spitze jeder Ameisenbevölkerung steht die Ameisenkönigin. Sie ist einzig und allein für die Eiablage und somit für den Fortbestand der Population eines Ameisenvolkes verantwortlich. Die Ameisenkönigin hebt sich optisch durch ihre Größe und meist durch die Ausbildung von Flügelpaaren von den anderen Ameisenweibchen ab. Die übrigen Weibchen des Ameisennests werden als „Arbeiterinnen“ bezeichnet. Sie sind für die Pflege des Nachwuchses der Ameisenkönigin, für die Instandhaltung des Ameisennests und für die Nahrungsbeschaffung zuständig. Eine weitere Aufgabe der Arbeiterinnen ist es, das Ameisenvolk vor Feinden zu verteidigen. Neben den Ameisenweibchen gibt es in einem Ameisenvolk auch Ameisenmännchen, die „Drohnen“ genannt werden und ausschließlich mit der Befruchtung der Ameisenkönigin beschäftigt sind. Diese besitzen genauso wie die Ameisenkönigin Flügelpaare und sind an ihrem charakteristischen „Hochzeitsflug“ erkennbar.

Warum sind Ameisen Schädlinge?

Grundsätzlich sind Ameisen überall in der Natur verbreitet und tragen zur Erhaltung des biologischen Ökosystems bei. Sie bilden für viele andere Insekten, Vogelarten, Eidechsen und Schlangen eine wichtige Nahrungsquelle. Im eigenen Garten stellen Ameisen kein Problem dar, solange ihre Population überschaubar bleibt. In den meisten Fällen gelten sie sogar als Nützlinge, indem sie den Boden locker und fruchtbar halten, Pflanzensamen verbreiten und Pflanzen von Blattläusen sowie anderen Schädlingen befreien, da diese mitunter zu ihren Nahrungsquellen zählen. Daneben sind sie auch für die Beseitigung von toten Insekten und anderen Tieren zuständig, da sie auch Aas fressen. Zusätzlich reinigen sie den Garten von Pflanzenabfällen und anderen organischen Materialien. Treten die Tiere allerdings zu Tausenden auf, dann können sie Schäden im Garten anrichten oder auch innerhalb des Hauses nach Nahrung suchen. Nisten sich Ameisen etwa in der Erde von Hochbeeten oder Blumentöpfen an, so kann es zur Austrocknung von Pflanzenwurzeln kommen, da durch die Ameisennester Hohlräume in der Erde entstehen können. Der Bau von Ameisennestern kann außerdem den Rasen zerstören sowie Steine und Steinplatten in Bewegung versetzen. Darüber hinaus gibt es Ameisenarten, die Pflanzen zur Nahrungsgewinnung verwenden und daher große Fressschäden anrichten können. Zu ihnen gehört die Blattschneiderameise, welche die Blätter verschiedener Pflanzenarten in kleine Stücke zerteilt und in ihren Bau bringt.

Ameisenbefall im Garten

Ameisennester können im Garten vor allem an trockenen und sonnigen Stellen, unterhalb von Steinen, in der Erde oder an sandigen Stellen entstehen. Ist der private Garten einmal von Ameisen befallen, so hat der Gartenbesitzer verschiedene Möglichkeiten, um die kleinen Insekten zu vertreiben. Zunächst besteht die Option, bestehende Ameisennester an einem anderen Ort zu anzusiedeln. Dabei kommen die Ameisen nicht zu Schaden, sondern werden mithilfe eines Blumentopfes weit weg vom alten Nest umgesiedelt. Vom Gebrauch chemischer Insektenvertilgungsmitteln sollte im Garten abgesehen werden, da diese auch andere nützliche Insektenarten und Pflanzen beschädigen können. Natürliche Hausmittel sind hier die umweltverträglichere Variante zur Ameisenabwehr. An dieser Stelle kann der ausgezeichnete Geruchssinn der Ameisen zur Vertreibung der Insekten verwendet werden. Besonders gute Ergebnisse können mit der Verwendung von starken Geruchsstoffen, wie zum Beispiel ätherischen Ölen, Essig oder Knoblauch erzielt werden. Diese verwirren die Geruchsaufnahme der Tiere, sodass sie nicht mehr zu ihrem Nest finden. Des Weiteren kann bei Ameisenstraßen Gips- oder Kreidepulver verwendet werden, da die Insekten nicht mit diesen Substanzen in Berührung kommen möchten und deswegen das Weite suchen.

Schnelle Hilfe bei Ameisen im Haus

Haben sich Ameisen einmal im eigenen Heim ausgebreitet, dann sind sie nicht so einfach wieder loszuwerden. Sie werden vor allem durch Reste von zucker- oder eiweißhaltigen Speisen angelockt. Wichtig ist es, bei der Beseitigung von Ameisen im Haus das Nest der Insekten zu finden. Ansonsten werden sich von dort aus weitere Tiere in den eigenen vier Wänden ausbreiten. Beliebte Brutstätten der Tiere sind morsche Fußbodenbeläge, die Hinterseite von Einbauschränken und andere dunkle Orte im Wohnbereich von Menschen. Hier hilft es nicht, die Ameisen im Einzelnen zu bekämpfen, sondern es muss das gesamte Ameisennest entfernt werden. Handelt es sich bei den Insekten um eine Art wie die Pharaoameise, die Schäden an Holz und anderen Materialien des Hauses anrichten kann, so muss die Hilfe von einem Spezialisten gesucht werden. Der Kammerjäger weiß genau, welche Verstecke die Insekten aufsuchen und wie diese langfristig beseitigt werden können. Zur Beseitigung von Ameisen können speziell dafür vorgesehener Insektenspray oder Ameisenköder zum Einsatz kommen. Zudem helfen auch verschiedene Hausmittel gegen die flinken Insekten, die auch beim Ameisenbefall im Garten eingesetzt werden. Ebenso können Backpulver und Natron als natürliche Ameisengifte gebraucht werden, wobei diese zuvor mit Zucker vermischt werden müssen, da die Ameisen diese ansonsten nicht fressen.

Präventive Maßnahmen

Noch bevor Maßnahmen der Schädlingsbekämpfung bei Ameisen ergriffen werden müssen, sollte man es erst gar nicht zu einem Befall kommen lassen. Dabei sollten Futterquellen für die Ameisen in Form von offenen Essensbehältern, Tierfutterresten und anderen Nahrungsmittelrückständen vermieden werden. Des Weiteren ist es für die Prävention eines Ameisenbefalls hilfreich, undichte Mauerstellen und Fenster gut abzudichten. Dadurch haben die Insekten keine Möglichkeit, durch Mauerrisse, kleine Löcher oder Spalten in das Haus einzudringen. In Bezug auf die Vermeidung einer Ameisenplage im eigenen Garten empfiehlt es sich, diesen so sauber wie möglich und frei von jeglichen Lebensmittelresten zu halten. Überdies mögen Ameisen keinen Untergrund aus Kies oder Steinplatten. Auf Bereiche, die Sandflächen aufweisen, sollten generell verzichtet werden, da sich die Tiere dort sehr wohlfühlen und besonders gerne einnisten. Zudem kann man auch stark duftende Kräuter wie Lavendel, Majoran oder Minze im Garten anbauen, was die Insekten fernhalten kann. Werden all diese Vorkehrungen getroffen, so kann ein Befall von Ameisen im Privatgarten und in den eigenen vier Wänden effizient verhindert werden.